Objektive – welche braucht man?


Mein Kamerakit kam mit einem 18-55 mm Zoomobjektiv von Nikkor. 

Als Anfänger ist man natürlich umtriebig in allen möglichen Foren unterwegs und versucht, den Kollegenfotografen so ausgiebig Blicke über die Schulter zu werfen wie nur irgend möglich. Schnell hat man dann den Eindruck, dass man mit seiner Starterkamera mit Kitobjektiv reichlich unterbemittelt am Start ist. Gleich vorneweg: Das ist völliger Blödsinn!

Natürlich gibt es hochwertige Objektive, die deutlich mehr leisten können als ein Kitobjektiv, aber dieses Mehr an Leistungsfähigkeit hat ja das Objektiv, nicht der Fotograf. Ich selbst bin auch diesem Trugschluss aufgesessen und habe mir 2 zusätzliche Objektive zugelegt, die sicher irgendwann sinnvoll werden, jetzt aber noch nicht. Ganz ehrlich, ich merke zwar einen Unterschied, sieht man aber die unterschiedlichen Aufnahmeserien nebeneinander, fällt schnell auf, dass eben nicht das Werkzeug das Meisterwerk ausmacht, sondern der Meister. Wir Anfänger machen mit einem günstigen Objektiv ebenso gute oder schlechte Aufnahmen wie mit einem hochwertigeren. Die Freude am Fotografieren aber ist mit allen gleich. Smiley

Nun überlege ich gerade, ob ich selbst mich von diesem gutgemeinten Rat hätte überzeugen lassen – nein, wahrscheinlich nicht!

Also hole ich nochmals etwas Luft und gehe zu Rat B über: Wenn ihr euch unbedingt an besseren Objektiven austoben möchtet, sucht euch eines, das nicht zu teuer ist (Festbrennweiten oder gebrauchte). Bevor ihr das tut, fotografiert aber trotzdem erst einmal eine Weile mit eurer bereits vorhandenen Ausrüstung und beobachtet, in welchen Situationen ihr euch von einem anderen Objektiv bessere Bilder versprecht. Dann könnt ihr gezielt nach einer passenden Lösung suchen.

Telekonverter aus China

Telekonverter zum Aufsetzen auf das Objektiv

Zwischenringe aus China

Zwischenringe kommen zwischen Objektiv und Kamera

Wer mit schmalem Geldbeutel unterwegs ist, kann – zumindest als Anfänger, der noch vieles ausprobieren muss – eventuell auf Zwischenringe oder Telekonverter zurückgreifen. Erstere werden zwischen Objektiv und Kamera geschraubt, letztere vor das Objektiv. Seid euch darüber im klaren, dass ein günstiger Telekonverter (unter 10,- Euro) kein gutes Zoom- oder Weitwinkelobjektiv ersetzen kann. Die teureren bewegen sich schon wieder in Preisklassen, die sich deutlich den Objektivpreisen annähern (bis ca. 250,- Euro). Profi- und Semiprofifotografen wird es jetzt die Haare zu Berge stehen lassen, aber ich finde es zum Ausprobieren völlig ok, einen seeeeehr günstigen Telekonverter aus China zu ordern. Jedem einigermaßen vernunftbegabten Menschen sollte dabei allerdings klar sein, dass die gewaltigen Preisunterschiede Gründe haben. Wenn ihr dann irgendwann herausgefunden habt, welche Anforderungen ihr wirklich habt, könnt ihr das gesparte Geld in ein vernünftiges Objektiv investieren und müsst euch nicht mit einem Fehlkauf herumärgern.

Ich füge noch ein paar Links an, die ich selbst zum Thema nützlich fand:

 

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3 Gedanken zu “Objektive – welche braucht man?

  1. Hallo Alexandra, vielen Dank für deine Tipps, ich lese sie immer gerne!

    Als Foto-Anfängerin habe ich auch nur eine „Ausrüstung von der Stange“ und knippse einfach mal drauf los – mir fehlt die Zeit und Geduld, mich in das Gebiet systematisch einzuarbeiten. So macht es mir auch mehr Spaß und ich freue mich über jeden gelungenen „Schnappschuss“ … und ärgere mich über die Tausend, die daneben gehen. Aber ich lerne dabei auch. Und mit einer teuren Ausrüstung würde ich mich nur noch mehr ärgern, denn dann hätte ich ja keine Ausrede mehr, dass es halt an der Technik liegt, statt an mir … 😉

    So eine Zwischenlösung, wie du sie beschreibst, ist für mich, bevor ich den nächsten (teuren) Schritt wage, also auf jeden Fall sinnvoll.

    • Hallo Mimi,

      freut mich, dass ich nicht völlig in’s Leere schreibe:-)

      Mein Gedanke ist halt, dass es wahrscheinlich jede Menge Anfänger wie mich gibt, die mit viel Freude und Enthusiasmus an die Fotografiererei herangehen, aber eben auch nicht die Muße und Geduld haben, das mit akribischer Lernarbeit anzugehen. Da wär’s doch schön, wenn man sich gegenseitig an seinen Erfahrungen teilhaben ließe, auf gleicher Augenhöhe und ohne das Gefühl sich vor einem Superfotografen völlig zu blamieren.

      Zu den Konvertern: Solange du von denen keine Superaufnahmen erwartest und in ihnen eher die Möglichkeit siehst, die Optionen eines Weitwinkel-, Tele- oder Makroobjektivs auszuloten, kannst du mit denen für kleines Geld eine Menge dazulernen, auch wenn diese China-Teile meist belächelt und für Schrott erklärt werden. Kein Mensch mit etwas Realitätssinn wird von einem 5-Euro-Konverter die Leistung eines 100fach teureren Objektives erwarten.

      Ach, so, ja….und als Ausrede, warum aus dem Foto nichts geworden ist, sind sie obendrein noch sehr dankbar. Da wird jeder Profifotograf mitleidig und wissend nickend lächeln 😀

      Herzliche Grüße

      Alexandra

  2. Hallo Alexandra,

    ich finde deine Tipps klasse und bestimmt finden sich noch ein paar Anfänger hier ein. Ich habe lange gebraucht, bis ich mich überhaupt getraut habe, mal ein Foto zu posten, weil es so viele schöne Fotoblogs gibt, und kommentiere auch eher selten.

    Aber irgendwann muss man den Schritt wagen und ich würde mich auch sehr über weitere Erfahrungsberichte von dir und anderen freuen. 😉

    Ein Jahr lang hab ich z.B. nur mit dem iPhone fotografiert und da so mit der Zeit ein paar Tricks und Kniffe herausgefunden, aber eine Spiegelreflex ist halt noch mal eine ganz andere Geschichte. Ich verbessere das Übliche wie Farben, Kontraste mit Gimp, spiele bei manchen Fotos oder bestimmten Motiven aber auch gerne mal mit diversen iPhone-Apps herum …

    Ja, die Konverter sind zum Probieren und Üben bestimmt nicht schlecht. Ich werde sie irgendwann austesten. Und wie du geschrieben hast, wenn mann dann weiß, was man will, kann man sich die „richtige“ Ausrüstung zulegen.

    Bis dahin ausrede ich weiter … 😀

    Liebe Grüße
    Mimi

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