Vom Kochen mit Wasser


In den vergangenen Tagen, seit ich meinen Blog wieder aktiver betreue, habe ich etwas unverdient recht viel Lob für meine Fotografien erhalten. Natürlich freue ich mich, wenn meine Knipsereien gefallen, aber das meiste macht ja doch die Kamera und den Rest erledigt die Bildbearbeitung. Ich bin lediglich die Knöpfchendrückerin, bei der Software dann die Reglerschieberin und die Ergebnisse sind sicher keine Hexerei.

Zum Mutmachen für andere Anfänger lass‘ ich in diesem Artikel mal die Hosen runter, selbstverständlich nur im bildlichen Sinn, und zeige, was die Kamera mir geliefert hat und was mit sehr wenig Arbeit dann zu einem hübschen und auf jeden Fall besseren Foto werden kann.

Das ursprüngliche Bild, so, wie’s die Kamera liefert:

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Ich fotografiere ausschließlich im RAW-Modus, weil der mir mehr Möglichkeiten zur Nachbearbeitung lässt. Das RAW-Bild (bei der Nikon nennt sich die Dateiendung NEF) öffne ich für die erste Bearbeitung mit ViewNX 2. Da lassen sich bequem per Schieberegler Belichtung, Farbintensität, Kontrast etc… verbessern. Einfach ausprobieren, bis das Bild gefällt. Mach ich auch so.

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Ebenfalls im ViewNX 2 kann man die Neigung des Bildes ändern, also Kirchtürme gerade- oder halt, wenn das besser gefällt, schiefrücken. Beschneiden lässt sich das Foto hier auch. Mittlerweile bemühe ich mich zwar schon beim Knipsen den Ausschnitt so zu treffen, wie ich das später haben möchte, allerdings gelingt das nicht immer und ich habe auch keine Hemmungen kräftig zu beschneiden, wenn ich feststelle, dass das dem Bild guttut.

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Jetzt exportiere ich das RAW-Bild zu einem JPG-Bild. Einige Bildbearbeitungsprogramme können nur mit JPGs arbeiten. Das exportierte JPG öffne ich mit Cyberlink PhotoDirector 3 um hier noch die letzten Verbesserungen vorzunehmen. Tu ich deshalb, weil dieses Programm neben der schon vom ViewNX2 bekannten Bearbeitung per Schieberegler einige ziemlich gute Filter und die Möglichkeit zur Retusche unerwünschter Objekte bietet. Meist nehme ich einen der vorgefertigten Filter und reguliere manuell nach. Ich bin da faul genug, um keine Angst vor Arbeiterleichterung zu haben. Mein Künstlerstolz und mein innerer Schweinehund haben sich da auf einen Deal geeinigt, mit dem sie beide leben können.

So, und das ist dann das Ergebnis. Beim Exportieren oder Speichern habe ich schnell noch mein Wasserzeichen eingefügt und dann ist das Foto schon fertig für’s Veröffentlichen. Alles in allem ca. 5-10 Minuten Arbeit, wenn man erst mal ein wenig Übung hat.

fertig-1

Zu den oben erwähnten Programmen noch ein Hinweis: Es gibt einige wirklich brauchbare Bildbearbeitungsprogramme jenseits von Photoshop und vor allem jenseits der Photoshop-Preiskategorie. Dazu habe ich aber schon früher einmal einen Artikel veröffentlicht. Mit welchem Programm man am ehesten zurechtkommt, ob man RAW unbedingt braucht oder doch lieber gleich JPG fotografieren und bearbeiten will, findet man mit der Zeit heraus. Da gibt es keine allgemeingültige Regel.

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10 Gedanken zu “Vom Kochen mit Wasser

  1. Danke für den Einblick in deine Arbeitsschritte. Letztendlich ist ja das Ergebnis das was zählt. Und wenn das gefällt, dann gibts ein like 😉 Das fertige Bild ist ein Ergebnis deiner Arbeit, ob nun nur durchs Fotografieren oder auch per Bildbearbeitung ist für mich egal. Und zum Thema “ Die Kamera macht alles….“ Du bist diejenige die die Motive findet und fotografiert.

    Ich versuche an meinen Bildern nicht viel zu machen. Die meisten lasse ich so wie sie sind, obwohl man wahrscheinlich mit Bildbearbeitung mehr rausholen könnte. Gerade in der ersten Zeit habe ich gar keine Bilder bearbeitet. Dann habe ich angefangen ein paar der Bilder zu bearbeiten, was bei mir meistens etwas dunkler oder heller machen heißt und eventuell ein wenig Kontrast dazu. Beschneiden tu ich sie auch öfter mal und verkleinern tu ich die Bilder aus Platzgründen auf dem Blog alle.

    Mein Ziel wäre die Fotos so hinzubekommen, dass gar keine Bearbeitung nötig ist, aber so wie ich mitbekommen habe, bearbeiten selbst die Profis ihre Fotos um das Bestmögliche rauszuholen.

    Also, immer munter weiter so…!!
    😀

    • Hoppla, sorry, da hatte ich nachträglich noch die Größe verändert, weil ich feststellen musste, dass ich da doch zu knausrig mit den Pixeln war. WordPress braucht immer eine Weile, bis das auch beim Server ankommt, scheint’s. Ich hoffe also, dass die Bilder bald sichtbar sind. Mein Monitor zeigt sie.

    • Ja, völlig richtig, da nützt der virtuoseste Umgang mit Hard- und Software nichts, wenn jegliche Vorstellung von dem, was man zeigen will, fehlt. Und ja, auch da gebe ich Dir völlig Recht, der Versuch es zu tun, ob erfolgreich oder nicht, ist eine Arbeit, die Anerkennung verdient.
      Wie bei allem, ist es wohl – frei nach Edison – die Kombination von Inspiration und Transpiration, die kreatives Wirken ausmacht. Aber es kann ja nicht schaden, einmal zu zeigen, dass soooo fürchterlich viel Transpiration eigentlich gar nicht nötig ist 😉

  2. Hey 🙂 Das ist eine super Beschreibung, wie man mit Fotos arbeiten kann. Meistens arbeite ich auf ähnliche Art und Weise, weil die Fotos mithilfe der Bildbearbeitung einfach noch aussagekräftiger gemacht werden können (vorallem Fotos an Regentagen :D).
    Ich glaube, jeder Fotograf kann sich trotzdem als eine Art Künstler sehen – immerhin wird viel experimentiert und ausprobiert, bis die perfekte Position und die passende Farbauswahl gefunden worden sind. Da vergehen manchmal Stunden, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Natürlich erledigt die Kamera den Großteil, aber du trägst die Verantwortung für das Motiv.
    Liebe Grüße! 🙂

  3. Hallo Alexandra, zunächst erst mal ein Dankeschön für den kleinen Einblick in deinen Bearbeitungs-Workflow. Daumen hoch dafür. Ich bin bei dir und denke, dass es nicht immer viel braucht um aus einem ordentlichen Bild ein gutes zu machen. Vieles muss man sicherlich schon bei der Aufnahme richten. Jeder von uns weiß ja von ausgebrannten Stellen, und was das für das Bild bedeutet: für immer verlorenes Material! Sowas gilt es natürlich immer schon bei der Aufnahme zu vermeiden.

    Aber viel interessanter finde ich ehrlich gesagt ein anderes Thema, Alexandra. Und zwar hast du, fast beiläufig, erwähnt, dass du „schnell noch das Wasserzeichen“ einfügst. Glaubst du ein gutes Foto braucht ein Wasserzeichen? Mich persönlich stören solche Zeichen und Klekse in Bildern. Sie wirken wie Fremdkörper auf mich. Einzig macht es für mich Sinn, wenn es als Werbung dienen soll. Ich meine, wer will kopiert dein Bild ja eh – unerlaubt. Aber selbst als Werbung finde ich das Wasserzeichen schwer erkauft. Nämlich mit einem „Störer“ im Bild.

    Mich würde interessieren, wie du dazu stehst? Hast du immer schon Wasserzeichen verwendet? Wofür oder wogegen verwendest du dieses? Ich selbst habe noch nie ein Wasserzeichen verwendet – bewusst nicht! Nicht bei instagram, nicht bei flickr, nicht bei der fotocommunity oder sonst wo.
    Über eine Antwort würde ich mich freuen!

    Viele Grüße, Mario

    • Ja, das leidige Thema Wasserzeichen…
      Ich komme vom Malen zum Fotografieren und deshalb ist für mich das Signieren immer der finale Punkt am Ende des Schaffens gewesen. Von dieser Seite gesehen also eine Gewohnheit.

      Dass Bilder gemopst werden, ist mir klar, auch, dass ein Wasserzeichen das sicher nicht verhindert. Aber wenn schon geklaut, dann bitte doch wenigstens mit so viel Zugeständnis an meine Eitelkeit, dass mein Name erscheint. Und ja, ich weiß, dass man den entfernen kann, aber dann hat man wenigstens Arbeit damit und muss immerhin, wenn auch in engem Rahmen, doch noch ein wenig selbst kreativ sein.

      Allerdings achte ich, wenn ich nicht gerade mal wieder extrem in Eile bin, darauf, dass der Schriftzug nicht zu viel Einfluss auf die Blickführung hat. Ein Wasserzeichen, dass sich quer über’s Bild breitmacht, käme mir auch nicht unter die Pixel.

      • Cool, danke für die schnelle Antwort! Sicherlich hast du recht, dass sicher der „Dieb“ schon wenigstens ein wenig Mühe machen muss. Im Gegenzug hat man selbst ja natürlich beim Einstellen auch zusätzliche Mühe. Aber sei es drum, es ist wohl mit dem Wasserzeichen ähnlich wie mit dem Geschmack: die Meinungen sind verschieden, gehen auseinander, werden diskutiert – und am Ende bleibt jeder bei seinem Standpunkt. Wegen eigener Befindlichkeiten. 🙂 Aber so ist es nunmal. Danke für dein offenes Wort!

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